FDP. Die Liberalen - Christian Wasserfallen - Public Sector Insight

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Im Rahmen der Interviewserie teilen Persönlichkeiten aus der Schweizer Politik, Wirtschaft, Forschung und Medien ihre Meinungen zu technologischen Entwicklungen, Erwartungen an die Schweizer Verwaltungen und empfehlen ihr Lieblingsbuch. Die Äusserungen und Meinungen in den Interviews sind persönlicher Natur. Im Rahmen der Serie beziehen Exponenten unterschiedlicher Organisationen und Parteien Stellung. Deloitte ist unabhängig, neutral und unterstützt keine politischen Institutionen.

Intrve

Christian Wasserfallen

Dipl. Masch.-Ing. FH, ehem. wissenschaftlicher Mitarbeiter Institut für mechatronische Systeme der Berner Fachhochschule, Nationalrat, Vizepräsident FDP.Die Liberalen, Mitglied Kommission Wissenschaft, Bildung & Kultur sowie Umwelt, Raumplanung & Energie, Präsident FH SCHWEIZ, Verwaltungsratspräsident Walo Bertschinger AG Bern, Verwaltungsrat Radio Bern1 AG und Juvent SA, Präsident IG Berner Luftverkehr

www.cewe.ch

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für den öffentlichen Sektor in den nächsten 5 Jahren?

Die Digitalisierung ist ganz klar die Herausforderung Nummer eins. Von den Gemeinden über die Kantone bis zum Bund müssen integrale digitale Prozesse eingeführt werden. Leider versuchen stets alle Körperschaften immer alles selber zu machen statt zusammen zu arbeiten. Es gibt zig verschiedene Steuererfassungstools statt das Beste aus dem Kanton Bern zu nehmen. Die digitale ID (eID) wird eine grosse Chance sein, diese Hürden abzubauen und den verschiedenen Stellen auf öffentlicher oder privater Seite Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Als Privatperson kann ich so vom Grundbucheintrag bis zur Steuererklärung über Bankgeschäfte von dieser eID profitieren. Das setzt attraktive Bedienung und Preise voraus.

Weiter sehe ich die Einführung des Mobilfunkstandards 5G als Schlüsselprojekt für einen künftigen top Standort.

Welche Technologie wird unser Leben in fünf Jahren grundlegend verändern? Und welche Gefahren sehen Sie in der technologischen Entwicklung?

Vor genau 10 Jahren kam mit dem iPhone das erste Smartphone auf den Markt. Die Entwicklung schreitet rasant voran und das müssen wir nützen.

Ich sehe vor allem Chancen in der technologischen Entwicklung. Dauernd nur von den Gefahren zu sprechen finde ich falsch. In der Politik wird immer alles eingeschränkt oder verboten:

Gentechnologie: Moratorium

Kernenergie: Anwendungsverbot

Nanotechnologie: Alarmismus

Mobilfunk: extrem restriktive Grenzwerte

Wir müssen Sorge tragen zu unserer Mit- und Umwelt, aber uns mit den neuen Technologien auseinander setzen wollen. Wer wenn nicht die Schweiz ist dafür besser geeignet? Wir haben stabile Verhältnisse, das beste Bildungssystem der Welt und sind Innovations-Weltmeister. Also los!

Welche Erwartungen haben Sie als Bürger an die Schweizer Verwaltungen?

Die Verwaltung ist schlanker Dienstleiter für die Bevölkerung. Marcus Tullius Cicero hat das einmal viel schöner formuliert: „Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.“ Dieser Satz hängt übrigens über meinem Schreibtisch. Als konkretes Beispiel möchte ich hier den One-Stop-Shop für Firmen nennen. Der Bundesrat möchte eine einheitliche Ansprechstelle in der Verwaltung für alle möglichen Anliegen schaffen, damit z.B. Start-Ups nicht mehr über 30 Verwaltungsstellen angehen müssen.

Was würden Sie in der Schweiz sofort ändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?

Ich würde verordnen, dass bekannte Persönlichkeiten wie Roger Federer als offizielle Botschafter der Schweiz eingesetzt würden. Das brächte der Schweiz international einen enormen Mehrwert.

Welches Buch empfehlen Sie als „Must Read“?

Das Abstimmungsbüchlein. Weltweit findet ca. die Hälfte aller Sachabstimmungen in der Schweiz statt. Schweizer Bürger stimmen in einem Jahr über mehr Dinge ab als Bürger anderer Staaten in ihrem ganzen Leben. Jenseits des Mittelmeeres führt man Kriege um nur einmal frei wählen zu dürfen. Und wir schaffen es in der Schweiz regelmässig nicht, dass auch nur 50% abstimmen gehen. Das ist unhaltbar. Also: Das Abstimmungsmaterial gehört nicht ins Altpapier!

Mit welcher berühmten Persönlichkeit (am Leben oder nicht) würden Sie gerne Abend essen – und warum?

Mit Wayne Gretzky um mit ihm über Talent, Antizipierung des Spielgeschehens und kaltblütige Skorerqualitäten zu sprechen.

Papierrechnung oder E-Rechnung? E-Rechnung
iOS oder Android? iOS
Eishockey oder Fussball? Hopp SCB & Hopp YB!
Auto oder öV? Die Kombination macht’s
Bern oder Zürich? Bärn
Berge oder Strand? Berge

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Philipp Roth - Partner, Public Sector

Philipp Roth ist Partner bei der Deloitte Consulting AG und ist Leiter des öffentlichen Sektors in der Schweiz. Mit mehr als 17 Jahren Projekterfahrung in der Bundesverwaltung, sowie in verschiedenen Kantonen und Städten, verfügt er über ein sehr grosses Fach- und Prozesswissen. Zudem hat Philipp verschiedenste Organisationen im Bereich Digitalisierung und Automatisierung, sowie auf strategischer als auch auf operativer Ebene beraten.

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Jen Frei - Senior Consultant, Public Sector

Jen Frei ist ein erfahrener Berater bei Deloitte im Team Business Design mit Fokus auf den öffentlichen Sektor in der Schweiz. Er ist spezialisiert auf Business Analysen, Operational Excellence Initiativen sowie Projekt- und Programm-Management.

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