Chancen und Gefahren der digitalen Überwachung - Public Sector Insight

Gov2020 - Pervasive Policing

Digitale Technologien weisen grosses Potential auf, den effektiven Schutz der Gesellschaft zu gewährleisten, bergen jedoch wesentliche Gefahren des Missbrauchs.

 Zwar ist die digitale Transformation schon längst Realität, jedoch wird diese in den kommenden Jahren weiter voranschreiten. Dazu zählen auch Technologien, die im Privatsektor seit einiger Zeit im Einsatz sind. Fortgeschrittene Analytik, Sensorik, künstliche Intelligenz und Geolokation werden zukünftig in Kombination miteinander Anwendung finden und können ihr Potential somit noch besser ausschöpfen. Dem gegenüber steht die Herausforderung, den Datenschutz zu garantieren und Missbrauch von sensitiven Informationen zu verhindern.

Für die Gewährleistung der Sicherheit sowie die Durchsetzung des Schweizer Polizeigesetzes eröffnen sich damit neue Möglichkeiten, welche die Arbeitsweise der Polizei- und Sicherheitskräfte bis 2020 stark verändern werden. Aus der digitalen Perspektive der Polizei sehen wir vier Innovationsfelder:


Proactive & Pervasive Policing

Das Eingreifen vor der eigentlichen Tat wird durch die Anwendung von statistischen Risikomodellen und die erfahrungsbasierte Auswertung von Daten ermöglicht werden. Bis 2020 werden Technologien wie Videoüberwachung, biometrische Erfassung und Kontrolle, sowie intelligente Geräte, die Arbeit von Polizeikräften massgeblich verändern.

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Digital Engagement & Digital Contact Management

Durch konstantes Monitoring und Kommunikation über alle vorhandenen digitalen Kanäle können Zwischenfälle antizipiert und Bürger leichter erreicht werden. Mit Hilfe von neuen, benutzerfreundlichen Kommunikationswegen wird die Wahrung der öffentlichen Sicherheit zur kooperativen Aufgabe, die nachhaltig unterstützt wird durch die Interaktion mit den Bürgern. Bis 2020 werden aufgrund dessen und unter Einbezug der digitalen Zusammenarbeit über Smartphone Applikationen oder Social Media Fälle verstärkt kooperativ gelöst werden können.


Mobile Workforce Optimization

In Echtzeit gewonnene Informationen und kürzere Kommunikationswege ermöglichen es Beamten diese schneller und zielgerichteter einzusetzen. Die konstante Interaktion zwischen Staatsdiener und Bürger wird traditionelle, statische Standorte zweitrangig werden lassen. Mobile Arbeitsgeräte werden die Suche und die Aufnahme von Informationen, Aussagen oder Beweismitteln vereinfachen. Gleichfalls werden der Einsatz von fahrerlosen Fahrzeugen und unbemannten Drohnen bis 2020 die Mobilität weiter steigern.


Digital Investigation

Digitales Case Management wird die zentrale Ablage und dezentrale Verwaltung forensischer Daten und Informationen bei Ermittlungen ermöglichen. Dieser Prozess wird zu einer gemeinschaftlichen, dezentralisierten Zusammenarbeit der Beamten, die über mobile Geräte verbunden sein werden, führen.

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Die Herausforderungen, welche mit diesen Möglichkeiten einhergehen, werden das Umsetzungspotential massgeblich beeinflussen. Nur wenn das Risiko von Datenmissbrauch, die Handhabung von sensitiven und persönlichen Daten geregelt ist, die gleichzeitig den Interessen der Opfer und Täter in Bezug auf ihre Privatsphäre und den Schutz vor Fehlentscheiden Rechnung getragen wird, ist eine digitale Transformation möglich.

Um das volle Potential einer solchen Transformation auszuschöpfen, muss sich neben der Minimierung von Gefahren auch die Auftragserfüllung ganzheitlich anpassen. Mobile Geräte mit intelligenten Daten alleine reichen nicht aus, wenn nicht auch die Prozesse, die Organisation und allen voran die Anwender in die Transformation miteinbezogen werden.


Die folgenden fünf Schritte unterstützen eine erfolgreiche, digitale Transformation:

1) Neue Prozesse implementieren anstatt alte Prozesse anzupassen

2) Information steht an erster Stelle, Systeme kommen danach

3) Flexible Systemarchitektur

4) Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und Geräteunabhängigkeit

5) Feste Standorte werden zweitrangig und durch effektive Kommunikationskanäle ersetzt


Rechtfertigt das Potential der digitalen Überwachung die bleibenden Gefahren, oder können diese Gefahren effektiv gehandhabt werden? Teilen Sie im Kommentarfeld Ihre Meinung mit uns!

Wünschen Sie weitere Informationen? Lesen Sie mehr über die Gov2020 Strategie von Deloitte: 

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Weitere Informationen zur Zukunft des öffentlichen Sektors und Government 2020 finden Sie hier:

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Haben sie weitere Fragen? Dann kontaktieren Sie uns:

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Philipp Roth - Partner, Public Sector

Mit mehr als 14 Jahren Erfahrung in der Bundesverwaltung sowie in verschiedenen Kantonen und Städten verfügt er über einen sehr starken Background im Public Sector in der Schweiz. Zudem hat Philipp verschiedenste Organisationen im Bereich eGovernment sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene beraten.

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Remo Baltensperger - Senior Manager, Public Sector

Remo ist Consulting Senior Manager im Bereich Public Sector und hat über 10 Jahre Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung.  Er ist spezialisiert auf Beratungsdienste für Sicherheitsorganisationen (BORS) aus dem öffentlichen und privaten Sektor. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit Strategieprojekten, Innovationsmanagement, Kostenoptimierungen und Effizienzsteigerungen in Geschäftsprozessen, grossen Rollouts von Standard- und Individual-Software, IT-Professionalisierung sowie Projekt- und Programmleitung.

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Comments

  • Die "Kunst der Fuge" wird es sein, wegweisende Ideen in den Kantonen zu vertreten, gibt es doch "das Schweizer Polizeigesetz" angesichts der kantonalen Hoheit schlicht nicht. "Neue Prozesse" sind vor diesem Hintergrund ein sehr spannender Gedanke.

    Posted by: Mark A. Saxer on 12/11/2015 at 10:44 AM

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