26. Deloitte CFO-Umfrage Q4 2015: Mit welchen Bankenrisiken sehen sich Schweizer CFOs konfrontiert? - Banking blog

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Die Unternehmen gehen insgesamt mit gemischten Gefühlen in das neue Jahr. Die Konjunkturerwartungen der CFOs bleiben gedämpft. Eine positive Entwicklung ist hingegen bei den finanziellen Geschäftsaussichten festzustellen.

CFOs von Banken beurteilen die Konjunkturaussichten etwas besser als ihre Kollegen aus anderen Branchen, die eigenen Geschäftsaussichten dagegen nahezu gleich. Erhebliche Unterschiede bestehen bei den Einschätzungen zu Unternehmensrisiken in den nächsten 12 Monaten. Negativzinsen werden von Bank-CFOs stärker wahrgenommen als in anderen Branchen, ebenso die Risiken von Problemen im Finanzsystem, höheren Kapitalkosten und zunehmender Regulierung in der Schweiz

Konjunkturerwartungen bleiben gedämpft – Geschäftsaussichten verbessern sich
Die Konjunkturerwartungen der CFOs haben sich im Vergleich zum Vorquartal kaum verändert. Noch immer ist eine kleine Mehrheit den Aussichten für die nächsten 12 Monate gegenüber pessimistisch eingestellt (33% Pessimisten vs. 24% Optimisten). Bank-CFOs sind etwas optimistischer, mit 40% positiven und 20% negativen Erwartungen. Bei den Geschäftsaussichten des eigenen Unternehmens für die nächsten 12 Monate liegen Bank-CFOs praktisch gleichauf mit den Gesamtergebnissen: 40% erwarten einen positiven Geschäftsgang, 10% einen negativen (ggü. 45% Optimisten und 20% Pessimisten bei den Gesamtergebnissen).

Zunehmende Regulierung bleibt grösstes Risiko aus Sicht von Bank-CFOs
90% der befragten Bank-CFOs geben zunehmende Regulierung in der Schweiz als Unternehmensrisiko in den nächsten 12 Monaten an. Am zweithäufigsten werden geopolitische Risiken genannt (80%), danach folgen Probleme im Finanzsystem und der starke Schweizer Franken mit je 70%. Höhere Kapitalkosten werden von 40% der Bank-CFOs als Risiko gesehen.

Bei den Gesamtergebnissen dominieren die geopolitischen Risiken (70%), gefolgt vom starken Schweizer Franken (63%), zunehmender Regulierung und dem Fachkräftemangel (je 58%). Höhere Kapitalkosten werden insgesamt nur von 14% als Risiko genannt.

Abbildung: Unternehmensrisiken in den nächsten 12 Monaten
Welche der folgenden Faktoren könnten für Ihr Unternehmen in den nächsten 12 Monaten ein wesentliches Risiko darstellen? (mehrere Antworten möglich)

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Keine Zinswende vor 2018 erwartet
Die stärkere Risikoeinschätzung von Kapitalkosten und von Problemen im Finanzsystem durch Bank-CFOs könnte auf eine stärkere Wahrnehmung von Negativzinsen im Finanzsektor hindeuten. Dieser Eindruck bestätigt sich durch eine Spezialfrage nach den grössten Herausforderungen im laufenden Jahr. Hier wird das Zinsumfeld häufiger von finanziellen als von nichtfinanziellen Unternehmen genannt.

In jeden Fall dürfte dieses Thema noch länger aktuell bleiben. Die derzeitige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und das derzeitige Wechselkursumfeld machen eine Zinswende in der Schweiz noch für längere Zeit unwahrscheinlich. Dies wird von den CFOs ebenso gesehen: 56% aller befragten CFOs und 80% der Bank-CFOs rechnen nicht mit höheren Zinsen in der Schweiz vor 2018.

Informationen zur Deloitte CFO-Umfrage:
Die CFO-Umfrage von Deloitte ist die einzige Befragung in der Schweiz, die sich mit den Meinungen und Einstellungen von CFOs zu Geschäftsaussichten, Finanzierungen, Risiken und Strategien befasst. An der aktuellen, 26. Umfrage haben sich 123 CFOs beteiligt. Die kompletten Ergebnisse der Umfrage finden Sie auf: www.deloitte.com/ch/cfosurvey. Die Europäische Umfrage aggregiert die Antworten von ca. 1‘300 CFOs aus 15 Ländern und ist hier verfügbar (letzte Ausgabe Q3 2015): http://www.deloitteresearchemea.com.

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Dennis Brandes - Manager, Research

Dennis ist Research Manager bei Deloitte Insight Switzerland in Zürich. Seine Spezialgebiete sind die Schweizer Wirtschaft, das Schweizer CFO Survey, sowie die Financial Services Industrie. Nach fünf Jahren in der Research-Abteilung einer der größten Banken der Schweiz, wo er sich auf internationale Aspekte der Schweizer Wirtschaft konzentriert hatte, kam er im Dezember 2010 zu Deloitte.

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